Internetmarketing in den USA und in Deutschland unterscheiden sich gravierend.
Warum ist das so?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mit dem Online Marketer und Unternehmer Ulrich Eckardt, welcher schon an vielen internationalen Kongressen teilgenommen und dabei einige der US Größen der Internetmarketing Branche persönlich getroffen hat, ein Interview geführt.
In diesem Interview geht es natürlich nicht nur um dieses Thema.

Ulrich Eckardt
Hallo Ulrich,
Bitte stell dich doch kurz vor.
Name Ulrich Eckardt – vom Herzen her Online Marketer, obwohl ich mir in letzter Zeit habe sagen lassen, dass ich wohl auch so was wie ein Serial Entrepreneur, also ein Seriengründer, bin. Wenn ich so über mich nachdenke, scheint da wohl was dran zu sein. Man merkt so was ja immer als letzter.
Man liest ja immer wieder, dass wir in Deutschland gegenüber den US Amerikanern im Onlinemarketing 3 Jahre zurück seien, woran liegt das deiner Meinung nach?
Von der Mentalität her schätze ich, dass wir den Amerikanern zehn Jahre hinterher sind. Da wir aber technisch unheimlich schnell aufholen, könnten drei Jahren durchaus hinkommen. Den Hauptgrund sehe ich darin, dass die Amerikaner Macher sind.
Die Amis denken nicht nach, die Amis probieren aus und wenn was klappt, dann wird es halt weitergemacht. In Amerika hat keiner Angst zu versagen, weil sich die Amerikaner über Versagen keinerlei Gedanken machen. Das ist einer der Punkte, die in Deutschland ganz anders sind, deshalb wird hier viel überlegt, theoretisiert, ausdiskutiert, usw. bevor dann irgendwann mal was gemacht wird.
Dafür produzieren wir Mercedes und Porsche. Wir brauchen also länger, kommen dann aber umso heftiger.
Worin liegt denn der Unterschied zwischen dem US und dem deutschen Marketing?
Die Deutschen überlegen immer, wie sie ihr Produkt verkaufen können. Die Amis überlegen wie sie dem Kunden den Nutzen dieses Produktes oder der Dienstleistung in leicht verständlichen Worten erklären können. Die Amis sehen den Kundennutzen aus Kundensicht. Die Deutschen beschreiben ganz gerne ihr Produkt aus ihrer Sicht. Aber peu à peu ändert sich das glücklicherweise.
Könnte man nicht einfach 1:1 kopieren, dann wären wir doch auf gleicher Augenhöhe?
Da der Unterschied in den verschiedenen Mentalitäten liegt, glaube ich nicht, das eins zu eins kopieren zu gleichen Ergebnissen führen würde. Wir müssen diese Mentalität erst leben und verstehen, damit wir sie auch erlebbar machen können und es nicht wie ein Plagiat wirkt.
Wenn nicht, welche Faktoren sprechen deiner Meinung nach dagegen, bzw. aus welchen Gründen funktioniert das nicht?
Ich glaub wir Deutschen würden uns besser daran tun uns der amerikanischen Innovationsfreude zu bedienen, dies aber mit deutscher Gründlichkeit. Dann auf den Gebieten Strukturieren, Organisieren, Perfektionieren können wir den Amis locker was vormachen und sind denen 50 Jahre voraus.
Du bist ja sehr viel auf Seminaren und Internationalen Marketing Kongressen unterwegs. Dazu würde ich dir gerne ein paar Fragen stellen.
Zuletzt warst du auf der Marketer Cruise, kannst du kurz erzählen was das ist?
Mike Filsaime war irgendwann mit ein paar Freunden auf einer Kreuzfahrt und hat dabei entdeckt, wie schön es ist, mit ein paar Gleichgesinnten eine Weile enger zusammen zu sein. Also hat er das einfach weiter ausgebaut. Die Marketers Cruise ist kein Projekt an dem er Geld verdient, sondern wirklich gedacht als Urlaub von ein paar Marketern. Das Masterminden, die Gespräche und Vorträge auf dieser Kreuzfahrt bringen jeden viele große Schritte voran. Also der perfekte Urlaub mit Mehrwert.
Auf der Marketer Cruise warst du ja gemeinsam mit vielen großen aus der Branche und hast dort u.a. Mike Hill interviewt. Ich habe das Video von diesem Interview gesehen und es sah ziemlich entspannt aus. Ich meine das sind ja Mega erfolgreiche Geschäftsleute, sind die US Marketer alle so locker drauf?
Es ist durchaus schwer gerade auf Seminaren an die großen heranzukommen, weil die natürlich umlagert werden. Auf der Kreuzfahrt war das natürlich um einiges einfacher. Wenn man sie dann einmal hat und sie etwas Zeit haben, sind sie alle gerne bereit zu geben und zu helfen.
Geben und helfen ist die Grundlage für Erfolg im Internet und das muss man konsequent leben. Das tun sie dann natürlich auch im persönlichen Gespräch. Und ich habe bisher keinen kennen gelernt, der sich in einen Anzug gezwängt hätte, wenn er keine Lust dazu gehabt hätte. All die großen da draußen sind ganz normale Jungs, die gern rumexperimentieren, ausprobieren und geben.
Du hast ja auf den diversen Kongressen viele dieser „großen Marketer“ getroffen, wer war den dein absolutes Highlight?
Schwer zu sagen. Ich glaube nicht, dass eine dieser Personen ein Highlight gewesen ist. Irgendwie waren alle Highlights auf ihre Art. Das eigentliche Highlight ist aber dieses Leben leben zu können, diese Leute kennen zu lernen, ihre privaten Kontaktdaten zu haben (ohne wirklich oft anzurufen). Teil dieser Branche zu sein, die so großherzig, liebend und gebend ist, ist wirklich wunderbar.
Hast du Vorbilder in der Marketing Branche und wenn ja, warum gerade diese?
Auch schwer zu sagen, weil ich prinzipiell nicht dazu neige, Personen anzuhimmeln. Eine Person, die wirklich den Titel Vorbild verdient, wäre Sir Richard Branson. Vor vielen anderen habe ich die allerhöchste Achtung, aber aus dieser Kenntnis der amerikanischen Mentalität heraus, betrachte ich sie eher aus einer freundschaftlichen Perspektive.
Mal angenommen, jeder User dürfte sich in nur 3 Newsletterverteiler eintragen, von wem würdest du sie abonnieren?
Zur Zeit in jedem Fall Brendon Burchard, dann würde ich noch die Archive von Gary Halbert in mich aufsaugen und natürlich Frank Kern, auch wenn er sich ein wenig zurückzieht.
Auf deiner Seite hast du ein Mitglieds Logo „ official Member, Experts industry association“.
Kannst du uns sagen, um was es sich bei dieser Association handelt?
Um eine Gelddruckmaschine von Brendon Burchard
, aber natürlich auch um den löblichen Versuch etwas Ordnung und einen gewissen Mindestqualitätsanspruch in die Expertenbranche zu kriegen. Brendon ist schon ein cleverer Kerl und ich schätze der Versuch wird funktionieren, wenn er sich nicht verzettelt mit all seinen Projekten. Brendon leistet sehr gute, wunderbare Arbeit … aber er ist auch ein Getriebener. Mal sehen, ob er an einer Sache langfristig dran bleiben kann.
Kommen wir nun zurück nach Deutschland, hier bist du ja mit „Next Generation SEO“ sehr erfolgreich. Kannst du uns kurz erklären, was Next Generation SEO ist?
Im Grunde „nur” eine Automation zum Linkaufbau im Bereich SEO & Social Media. Da ein gewisser Markdurchsatz mit Links wichtig ist, um gefunden zu werden und gute Rankings bei Google zu erzielen, schien es sinnvoll und angemessen, die nervige Arbeit des manuellen Linkaufbaus zu automatisieren.
Wie bist du auf die Idee zu Next Generation Seo gekommen und wie lange hast du dann von der Idee bis zum fertigen Produkt gebraucht?
Als vor ca. 1,5 Jahren die Online Marketingsbranche in Deutschland zu leben begann, stellte ich erfreut fest, dass es mittlerweile viele Produkte zu vermarkten gibt. Dazu braucht man natürlich Besucher auf den entsprechenden Webseiten. Die Automation, die eigentlich für den internen Gebrauch entstanden ist, schien dann auch durchaus für Kunden Sinn zu machen.
Für die Oberfläche und all die Kleinigkeiten, die für Kunden nötig und wichtig sind, haben wir ca. ein Jahr gebraucht. Aber die Automation selbst existierte in Teilen vorher schon. Ist also schwer zu sagen, wie lange es gedauert hätte von der Idee bis zum Produkt, wenn wir uns darauf konzentriert hatten. Denn auch in dem angesprochenen Jahr haben wir nebenbei mit anderen Projekten auch noch einiges zu tun gehabt.
Hast du evtl. einen Seo Tipp für meine Leser?
Gerne. Der wichtigste Punkt im Bereich SEO ist guter Content. Mittel- bis langfristig wird nur erfolgreich, wer in Übereinstimmung mit den Intentionen (nicht zwangsweise den TOS:-)) von Google arbeitet. Google möchte den Suchenden den bestmöglichen Content zeigen. Warum also nicht für das entsprechende Keyword den bestmöglichen Content produzieren?
Das dann in thematischen Zusammenhang mit weiteren themenrelevanten Keywords führt zu einer thematisch eindeutig katalogisierbaren Webseite mit bestmöglichem Inhalt. Klingt das wie multiple Platz 1 Rankings? Sicher.
Dazu können dann gerne noch ein paar Links und immer wichtiger werdend +1 und gefällt mir kommen – fertig. Und das ist wirklich so einfach, deshalb verstehe ich diese ganze Mystik in der SEO Branche nicht. Okay ein wenig OnPage Optimierung noch, aber dann ist wirklich gut.
Es interessiert mich in meinen Interviews mit erfolgreichen Internetmarketern und Unternehmern auch immer, etwas Privates über sie zu erfahren.
Daher möchte ich dir noch ein paar Fragen zu Ulrich Eckardt dem privat Menschen stellen.
Wieviel Zeit pro Tag/Woche investierst du in dein Internetbusiness?
168. Ich träume sogar von der Arbeit
. Aber mal Spaß beiseite, ich arbeite seit Jahren nicht mehr. Ich habe irgendwann beschlossen das zu tun, was mir Spaß macht. Wenn ich deshalb verhungert wäre, hätte ich halt Pech gehabt.
Natürlich gibt es Tätigkeiten (Buchhaltung, Steuerberater, usw.) die nicht unbedingt schön sind, aber die Erfahrung zeigt, dass es auch dafür Menschen gibt, die das gerne tun. Den werde ich ihre Freude ja nicht wegnehmen.
Ich habe allerdings auch mal zehn Jahre meines Lebens mehr oder weniger durchgearbeitet um an diesen Punkt zu kommen.
Du und viele andere sitzen sehr viele Stunden vor dem PC und kommen ein paar Mal am Tag an den Punkt, wo der Kopf einfach leer ist und nichts mehr klappt. Welchen Tipp kannst du diesen Leuten geben, um wieder klar im Kopf zu werden.
Ich komme eher an den Punkt wo es mich frustriert, dass ich nicht mehr in weniger Zeit in den Computer reinkriege
. Leer ist mein Kopf selten. Ich bin aber auch mehr so der Visionär. Ansonsten bin ich gern auf dem Wasser unterwegs, Reise gerne, verbringe gerne Zeit mit meiner Familie, geh auch gern mal feiern.
Welche Hobbys bzw. Interessen hast du außer Internetmarketing?
Wakeboarding und alles was mit einem Brett und Wasser zu tun hat, Fahrradfahren und Feiern. Wasser muss irgendwie ein Bestandteil meiner Genetik sein. Ich liebe das Salz auf meiner Haut und der Schrei einer Möwe schafft es mich augenblicklich glücklich zu machen.
Ich betreibe auch einen Blog zum Thema Relaxen und Entspannen, daher würde es mich interessieren, wie du nach einem stressigen Tag am besten abschalten und entspannen kannst?
Boarden ist die beste Art des Totalabschaltens, die ich kenne. Sex ist auch nicht zu verachten
.
Da ich einen Musikblog Classic Rock Bands betreibe, würde es mich auch sehr interessieren, welche Art von Musik du hörst?
Was Musik angeht, bin ich leider ein völliger Stümper. Je nach Laune und Stimmung höre ich gerne Rock, R´n´B, melodischen Jazz und Klassik. Einer der wenigen Namen, die ich mir merken kann, ist India Arie, sehr hörenswert.
Welches Getränk darf deiner Meinung nach in keiner gut sortierten Hausbar fehlen?
Umkehrosmosewasser
, aber falls du auf Alkohol abzielst – natürlich Rum
Wenn du dir Deine Lieblingsmahlzeit wünschen dürftest, was würdest du bestellen?
Königsberger Klopse mit reichlich Kapern (natürlich mit vielen Fitzelchen Sardellen zubereitet)
Am Ende dieses Interviews gebe ich Dir die Möglichkeit, deine weiteren Internetprojekte kurz vorzustellen bzw. kannst du hier über alles sprechen was du möchtest. Die letzten Zeilen gehören dir.
Momentan arbeite ich am Online Marketing Masterplan und an einem geeigneten Zugangsweg in die Offline Welt. Wenn ich beobachte, wie viele Unternehmungen scheitern, weil sie zu wenig von Online Marketing verstehen, ist es Zeit für den Masterplan und auch dafür, dass die Online Marketingsbranche langsam anfängt die Offline Welt als eigentliches Kundenpotenzial zu entdecken. Mehr kann ich aber momentan zu diesen Plänen noch nicht sagen.
Über ungelegte Eier rede ich ungern
Aber ich kann sagen was ich will, richtig? Der wirklich wichtige Punkt, von dem ich hoffe dass immer mehr Leute ihn verstehen, ist folgender: je mehr ich gebe, desto mehr erhalte ich zurück. Wir erleben zur Zeit eine Revolution die weit größer ist, als die industrielle Revolution jemals gewesen ist. Wir können heute unendlich viel Geld damit verdienen, dass wir Menschen helfen ein glücklicheres, selbstbestimmteres, zufriedenes und finanziell angenehmeres Leben zu leben.
Wir können uns heute unsere Arbeit aussuchen. Wir können aus dem Nichts heraus Experte für-was-auch-immer werden und Leute mit den Informationen versorgen, die ihre Probleme lösen, ihnen Zeit sparen und ihnen Geld bringen und dabei selbst viel Spaß haben, wohlhabend und reich werden.
Die Zeiten in denen finanzieller Erfolg mit übermäßig viel Arbeit oder dem Ausnutzen anderer gleichgesetzt werden musste, ist passee. Wer heute mehr gibt, erhält noch mehr zurück. Nutzt diese Chance. Lernt so viel wie es geht über ein Gebiet, dass euch interessiert, dann gebt dieses Wissen kostenlos raus und ihr werdet fühlen, wann der Punkt gekommen ist, dafür dann auch Geld zu nehmen und dann macht ihr das halt. Die Kunden werden es gern bezahlen und ihr macht Menschen glücklicher und verdient glänzend daran.
Tut es! Ich kann gar nicht beschreiben, wie einfach es ist, wirklich. Tut es bitte.
Viel Erfolg bei all Ihren Projekten
Wünscht Ihnen
Hauke Hubrich